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Sprachtraining | 04.05.2020

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Fachsprachprüfung Medizin - Warum so viele durchfallen.

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Deutsch für Medizinberufe hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Ursache hierfür ist die starke Zuwanderung ausländischer Fachkräfte, vor allem Ärzte, Zahnärzte und Pflegepersonal. 

Von Benjamin Kühn

 

 

Die Anforderungen an die Deutschkenntnisse der ausländischen Fachkräfte sind mittlerweile hoch – Tendenz steigend. 

Während vor zehn Jahren noch Sprachkenntnisse auf den Niveaus B2 für Ärzte und B1 für Pfleger als ausreichend erachtet wurden, sind die Anforderungen hier in den letzten Jahren stark gestiegen. 

Die Ärztekammern der Bundesländer haben begonnen, die Überprüfung der Sprachkenntnisse in die eigenen Hände zu nehmen: So müssen ausländische Ärzte heute in der Regel eine Fachsprachprüfung bei der Ärztekammer in ihrem Bundesland ablegen. Anders als bei den bekannten Sprachprüfungen bestehen die Prüfungskommissionen hier aus medizinischen Fachpersonal. Während in den gängigen Prüfungsformaten der Fokus auf der kommunikativen Kompetenz liegt, wird – erfahrungsgemäß – verstärkt auf die Korrektheit in Vokabular, Ausdruck und Phonetik geachtet. Offiziell werden Sprachkenntnisse zwischen B2 und C1 erwartet. Die Prüfungsformate orientieren sich an Situationen aus dem klinischen Alltag und basieren stets auf einem konkreten medizinischen Fallbeispiel – häufig aus dem Gebiet der Inneren Medizin.

 

Warum bestehen so wenige Kandidaten die Sprachtests?

Aufgrund der speziellen Prüfungsformate und der oft sehr strengen Auslegung der Anforderungen stehen auch Kandidaten mit guten B2-Kenntnissen vor Problemen und bestehen die Fachsprachprüfung erst nach mehreren Anläufen. Hinzu kommt, dass – anders als offiziell verlautbart – in den Fachsprachprüfungen auch medizinische Kenntnisse abgefragt werden. Hier stehen Kandidaten vor einer weiteren Hürde: Ärzte mit langer Berufserfahrung in einem Spezialgebiet, z. B. Augenheilkunde oder Radiologie sehen sich in einer Sprachprüfung plötzlich mit internistischen Fragestellungen konfrontiert. Diese spielen im Berufsalltag für die Prüfungskandidaten jedoch eine untergeordnete Rolle. So ist die Fachsprachprüfung für diese Kandidaten oftmals noch schwieriger zu bestehen.

 

Was kann Berufsanwärtern und Prüfungskandidaten empfohlen werden?

 

Zuallererst: Die Anforderungen der Sprachprüfungen der Ärztekammern sollten keinesfalls unterschätzt werden: Unvorbereitetes Antreten zur Prüfung führt fast immer zum Scheitern. Die Prüfung ist auf der anderen Seite auch gilt beherrschbar: Durch das enge Fokussieren auf sich wiederholende medizinische Fragestellungen ist auch die Anzahl der zu beherrschenden Grammatikstrukturen, Idiomatik und Vokabeln beschränkt. Zu einer guten Vorbereitung auf die Fachsprachprüfungen gehört – je nach Berufserfahrung – unbedingt auch ein Bearbeiten medizinischer Fälle in deutscher Sprache. Kandidaten mit fehlenden Fachkenntnissen können diese so auffrischen und sind auch für „unerwartete Prüfungsverläufe“ gewappnet. Kandidaten mit guten Kenntnissen in Innerer Medizin profitieren von dem Kontakt mit der Sprache, der entsprechenden Ausdrucksweise und Idiomatik.

 

Unser Fachsprachprüfungsprogramm finden Sie hier:

https://deutsch-fuer-aerzte.de/

 

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